Crash-Monat Oktober

An den Aktienmärkten gibt es einen Angst-Monat: dieser heißt Oktober. Denn viele Börsencrashs ereigneten sich in diesem Monat: 1929, 1987 und 2008.

Der Oktober ist der Crash-Monat schlechthin. Doch niemand kann vorhersagen, ob es auch 2019 einen Crash an der Börse geben wird. Im Jahr 2015, also vor genau 4 Jahren, sagte zum Beispiel der Ökonomie-Nobelpreisträger Robert Shiller in der Wirtschaftswoche:

„Möglich, dass wir noch zwei Jahre bis zum Crash haben. Vielleicht geht es aber auch schneller. (…) Zu 30 Prozent steigen die Märkte in den kommenden Jahren über die bisherigen Rekordhöhen hinaus an. Zu 70 Prozent erleben wir zeitnah einen Crash. Die letzte Rezession ist acht Jahre her. Normalerweise gibt es regelmäßig spätestens alle zehn Jahre einen Wirtschaftseinbruch. Was wir derzeit sehen, könnten die Vorboten einer neuen Krise sein.“

Im September 2015 stand der Dow Jones Index bei etwa 16.500 Punkten, heute liegt er bei 26.500 Zählern, also 10.000 Punkte höher. Trotz hoher Bewertungen ging die Rallye weiter. Wer seine Aktien verkaufte oder gar auf fallende Kurse spekuliert hat, lag komplett falsch.

Dennoch haben die Warnsignale im Vergleich zu 2015 deutlich zugenommen: die Handelskonflikte belasten die Wirtschaft, die Konjunktur schwächelt, vor allem die jüngsten Konjunkturdaten enttäuschen. Hinzu kommt ein weiteres Warnsignal aus den USA: die Vorstände und Top-Manager der US-amerikanischen Unternehmen, die sogenannten Insider, haben im September Aktien im Wert von über 14 Milliarden US-Dollar verkauft. Das ist der höchste Septemberwert seit 10 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt das unabhängige Research-Unternehmen TrimTabs.

Insider verkaufen Aktien

Die Unternehmensinsider trennen sich also in großem Stil von den Aktien der eigenen Firma. Im Jahr 2019 haben in sechs Monaten die Insiderverkäufe die 10 Milliarden Dollar-Marke überschritten. Ein solch hohes Niveau der Insiderverkäufe gab es zuletzt in den Jahren 2006 und 2007 – im Jahr 2008 folgten der Crash am Aktienmarkt und die Finanzkrise.

Fazit: Niemand weiß, ob der Oktober eine Börsen-Baisse einleiten wird. Doch meiner Meinung ist Vorsicht angebracht: Wenn Insider Aktien verkaufen, ist das ein Zeichen dafür, dass die Bewertungen wohl sehr hoch sind, und es vielleicht kein guter Zeitpunkt ist, voll im Aktienmarkt investiert zu sein.

Viele Investoren fürchten einen Börsen-Crash, doch solche Phasen bieten auch Chancen für Investoren: man muss nur mutig sein, und Aktien kaufen, wenn sie niemand haben will – dann sind die Papiere nämlich günstig. Vielleicht wartet auch Warren Buffett auf eine solche Gelegenheit. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hortete Ende Juni 2019 Cash-Reserven in Höhe von 122 Milliarden US-Dollar – so viel Geld wie nie zuvor.

Hinweis: Dieser Blogeintrag stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Bildquelle: pixabay.com

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