Aktienmärkte im Bärenmodus

Der Deutsche Aktienindex hat von der Spitze über 3.000 Punkte verloren. Der Markt befindet sich in einem Abwärtstrend. Wie tief es noch gehen wird, weiß niemand. Interessant ist jedoch, wenn man sich die Medienberichte von heute und von 2007 bzw. 2008 anschaut.

Dax Chart

DAX Entwicklung in den vergangenen drei Jahren (Quelle: ariva.de)

Im April 2015 markierte der DAX einen Rekordstand von fast 12.400 Zählern. Zehn Monate später steht der bekannte Börsenindex bei 9.300 Punkten. Das entspricht einem Minus von 25 %. Insbesondere in den vergangenen acht Wochen ging es steil bergab.

Die Experteneinschätzungen von heute und von 2008, als der DAX über 50 % verlor, sind auffällig ähnlich. Ein Warnsignal?

Ende November 2015 befragte die Wirtschaftswoche die sogenannten Börsenexperten. Zu diesem Zeitpunkt stand der DAX über 11.000 Punkte. Jens Ehrhardt meinte: „Eine akute Crashgefahr, um das ganz deutlich zu sagen, sehe ich nicht. Aber man muss mit heftigen Schwankungen rechnen, und die werden noch zunehmen.“

Ende 2015 führte die FAZ eine Umfrage unter 22 Banken, Fondsgesellschaften und Versicherern durch. Das Ergebnis: Im Schnitt erwarten die Experten einen DAX-Stand Ende 2016 von mehr als 11.800 Punkten. Das Institut mit der pessimistischsten Prognose rechnet mit einen DAX von 10.800 Zählern. Das heißt, es gab überhaupt keine Bären unter den großen Playern.

Im Januar folgte dann ein völliger Fehlstart ins Börsenjahr, aber viele Institute sind weiter optimistisch. Zwei Beispiele: Das Handelsblatt zitiert am 8. Januar 2016 den DWS Fondsmanager Klaus Kaldemorgen mit folgenden Worten: „Ich erwarte keinen Crash.“ Vermögensverwalter Jens Ehrhardt sagt am 19. Januar in der FAZ: „Wir werden neue Börsenrekorde sehen.“ Er fürchte die aktuellen Kursverluste nicht. Chinas Abschwung sei halb so schlimm und Öl schön billig.

2008 – das Jahr der Aktie?

Ein Blick zurück. Ende 2007, also vor dem letzten großen Aktiencrash, schrieb die Zeit: „2008 – das Jahr der Aktie?“ Die Banken sahen rosige Zeiten für die Börse voraus. Vor allem in Deutschland wurde mit deutlichen Kursgewinnen gerechnet.

Und auch die Prognosen der Experten waren Ende 2007 noch sehr positiv. Das Manager Magazin schrieb: „Dax von 10.000 Punkten angemessen.“ Angesichts der noch nicht ausgestandenen Kreditkrise waren die meisten Börsianer vorsichtig, aber zuversichtlich gestimmt – ein Plus von bis zu 10 % trauten sie dem Leitindex zu.

Im Laufe des Jahres 2008, nach einem ebenfalls schlimmen Kurseinbruch im Januar, sagte ein Experte: „Die Unsicherheit wird uns an der Börse in den nächsten Tagen, vielleicht auch Wochen, zwar noch begleiten. Wir dürften uns aber nahe dem Tief der aktuellen Kursbewegung befinden. Im Jahresverlauf wird die Unsicherheit abebben und die wichtigen Aktienindizes werden Ende 2008 wieder auf deutlich höheren Niveaus notieren.“

Die Zeit fasste im März 2008 die Ratschläge einiger Experten zusammen. Ein Fachmann der Fondsgesellschaft Union Investment erwartete, dass „die Märkte zum Jahresende wieder nach oben zeigen“. Deshalb sei es klug, jetzt wieder zu kaufen. Ein Experte der Credit Suisse prophezeite sogar: „Das ist eine Chance, die Papiere sind jetzt billig.“

Aktien wurden auch richtig billig, aber erst ein Jahr später, als der DAX bis auf 3.700 Punkte fiel. Und damals titelten dann Medien wie die Welt: „Börsen-Psychologen warnen vor erneutem Crash.“

Prognosen sind schwierig…

Ergo: Keiner weiß, wo der DAX am Ende des Jahres stehen wird. Viele Experten liegen teils sogar völlig daneben mit ihren Prognosen. Was also tun? Als Privatanleger sollte man die mittel- und längerfristigen Trends beobachten und diesen auch folgen. Aktuell sind wir in einer Abwärtsbewegung. Daher lieber Cash auf der Seite haben oder sogar mit Short-Papieren von fallenden Aktienkursen profitieren. Anfang des Jahres habe ich zwei Produkte vorgestellt, die deutlich im Plus liegen. Anleger sollten zudem Assetklassen beobachten, die stark gefallen sind, wie etwa Gold, Silber oder Öl. Die Edelmetalle könnten zu den Gewinnern des Jahres 2016 zählen. Aber wer weiß das schon… Denn Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen – so lautet ein schönes Zitat von Karl Valentin. 🙂

Hinweis: Dieser Blogeintrag stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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